60 Jahre Israel

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Jerusalem

"Ich will segnen, die dich segnen, und wer dir flucht, den werde ich verfluchen!"
Die Bibel 1. Mose 12,3

Als der Gott der Herrlichkeit dem Abraham erschien, erhielt er diese Verheißung. Auch sollen alle Menschengeschlechter durch Abraham gesegnet werden. Aber alle, die Israel fluchen, kommen unter Gottes Fluch. Das haben in der Vergangenheit viele Menschen und auch ganze Völker erfahren, denn Gottes Wort gilt auch heute noch. Gott macht durch sein Volk Israel Weltgeschichte. Er warnt alle mit den Worten: „Er ließ niemand zu, sie zu bedrücken, und ihretwegen strafte er Könige. Tastet meine Gesalbten nicht an und meinen Propheten tut nichts Übles.“ (1) „Denn wer euch antastet, tastet seinen Augapfel an.“(2) Gott gibt Acht auf dieses Volk. Er behütet es wie seinen Augapfel.(3)

1) 1.Chr.16,21+22 - 2) Sach. 2,8 - 3) 5.Mo.32,10b

Ein kurzer Gang durch die Bibel und durch die Weltgeschichte

bestätigt, dass jeder, der Israel zu schaden oder gar auszurotten gedachte, zu Schanden wurde. Der erste der das Volk unterdrückte und zu Sklaven machte, war der damalige Pharao. Als unumschränkter und selbstherrlicher Herrscher Ägyptens, befahl er ihnen, jeden neugeborenen Sohn zu töten bzw. in den Nil zu werfen.(4) Am Schilfmeer, in größter Not, sahen die Kinder Israel die Rettung durch ihren Gott, und die Ägypter, die sie verfolgt hatten, sollten sie nie mehr sehen. Der Pharao und seine Heeresmacht versanken in den Fluten.(5) Gott zeigte ihm seine Macht. Erst als die Ungerechtigkeit der Bewohner Kanaans voll war, gab Gott den Kindern Israel das Land, das er Abraham verheißen hatte.(6) Dieses musste sogar der Wahrsager Bileam bekennen, als er gerufen wurde, um Israel zu verfluchen: Wer Israel segnet, der ist gesegnet und wer es verflucht, ist verflucht.(7)

Vergleiche: 4) 2.Mo.1,14-22 · 5) 2.Mo.14/13+14 · 6) 1.Mo.15,16-21 · 7) 4.Mo.23,9

Gegen den Riesen Goliath, der die Schlachtreihen des lebendigen Gottes verhöhnte, trat der kleine Hirtenjunge David an. Er kam im Namen des Herrn der Heerscharen, denn die ganze Erde sollte erkennen, dass Israel einen Gott hat.(8) Ähnlich erging es dem Rabsake, der bei der Belagerung Jerusalems den lebendigen Gott verhöhnte. Ein Engel genügte, um seine Heeresmacht zu vertilgen.(9) Aber auch in schwerer Zeit, als Israel wegen Untreue in der Gefangenschaft weilte, hatte Gott treue Zeugen, die unter den Nationen ihren Gott als Gott des Himmels bekannt machten. Vor Daniel und auch vor seinen drei Freunden bekannte Nebukadnezar, dass ihr Gott der Gott der Götter sei und dass es keinen anderen Gott gibt, als ihren Gott.(10) Gottes Gericht traf Belsazar, als er aus den heiligen Tempelgefäßen Wein trank und seine Götter rühmte.(11)

Vergleiche: 8) 1.Sam.17,10 · 9) 2.Kön.19,22 · 10) Dan.2,47/3,28 · 11) Dan.5,23+30

Daniel kam wegen seines Festhaltens an seinen Gott und wegen seines Betens in die Löwengrube. Gott war an diesem schrecklichen Ort bei ihm. Er kam lebend wieder heraus. So wird es in der Drangsal Jakobs den Treuen ebenfalls ergehen. Wie es einst Darius erkannte, wird es dann auch in aller Welt bekannt werden, dass der Gott Daniels der lebendige Gott ist, der in Ewigkeit besteht und dessen Herrschaft ohne Ende ist.(12) Im Buch Esther finden wir ebenfalls eine Vorschau auf die Endlösung der Judenfrage. Im Augenblick größter Not, als alle Juden umgebracht werden sollen, wird Mordokai erhöht und der stolze, böse Hamann an dem Galgen aufgehängt, den er für Modokai errichten ließ. Das widerfuhr ihm, weil er Hand an die Juden gelegt hatte. Auch seine 10 Söhne wurden getötet.(13) Zur Erinnerung an diesen Tag feiern die Juden alle Jahre das Purimfest, wo das Los geworfen wurde.(14)

Vergleiche: 12) Dan.6,26-28 · 13) Est.8,7+9,7-10 · 14) Est.9,29-32

Auch in den fast 2000 Jahren, in denen die Juden in alle Länder der Welt verstreut waren, kam Segen über die Einzelnen und über die Völker, die freundlich mit ihnen verkehrten. Andere aber kamen durch ihren Judenhass unter Gottes Fluch. Beispiele aus der Geschichte belegen das reichlich. Aber auch in den Psalmen finden wir Zeugnisse, dass man die Juden von Anfang an bedrängt hat. Dennoch sind sie nicht ausgerottet worden, und sie bestehen bis heute. In bewegten Worten wird ihre Not in Psalm 129 vorgestellt. Psalm 124 bezeugt, dass, wenn Gott nicht für sie gewesen wäre, ihre Feinde sie lebendig verschlungen hätten. Gepriesen sei der Gott, der sie nicht zum Raub gab. Die Feinde Israels sind auch die Feinde Gottes. Der Psalm 83 beschreibt, wie sich die arabischen Staaten vereinen, um die Juden auszurotten, dass des Namens Israel nicht mehr gedacht werde. Sie beanspruchen die Wohnungen Gottes, den Tempelberg, Jerusalem und das ganze Land. Gott aber hat ihnen das Land verheißen, sein Mund hat es versprochen, und in seinem Buch ist es verzeichnet, dass das Land von seiner Hand ihnen ewiglich gegeben wurde.(15) Wenn sie auch hinsichtlich des Evangeliums Feinde sind, so sind sie dennoch Geliebte um der Väter willen.(16)

Vergleiche: 15) Jes.34,16-17 · 16) Rö.11,25-29

Alle großen geschichtlichen Ereignisse haben Beziehung zur Achtung oder Verachtung der Juden. Nachdem in Russland Programme gegen die Juden entstanden, wurden der Zar und seine Familie erschossen. Unter Lenin und Stalin, die ebenfalls die Juden bedrängten, verarmte das Land. In Deutschland wurde damals der Satz geprägt: Die Juden sind unser Unglück. Der letzte deutsche Kaiser hielt es mit den Judenfeinden. Er musste 1918 abdanken. Als der Judenhasser Hitler an die Macht kam, wurden am 09.11.1938, in der Reichskristallnacht, jüdische Geschäfte und Häuser geplündert. Alle Juden mussten den gelben Judenstern tragen. Sie waren geächtet, Freiwild, das in den Gaskammern umgebracht wurde. 1942 wurde auf der Wannseekonferenz ihre völlige Vernichtung beschlossen. Auf den Tag genau, ein Jahr später, fiel Stalingrad. Das war der Anfang vom Ende. Die deutschen Städte wurden dem Erdboden gleichgemacht, totaler Krieg. Sechs Millionen, das ist ein Drittel der jüdischen Weltbevölkerung, waren vergast, ermordet worden. Ein Drittel unseres Landes wurde uns weggenommen. Wie man die Juden in die Lager getrieben hatte, so wurden alle Deutschen aus Ostpreußen, Pommern und dem Sudetenland vertrieben.

Als am 16.10.1946 zehn der deutschen Kriegsverbrecher zum Schaffot geführt wurden, rief einer der Verurteilten, Julius Streicher, ein Judenhasser: „Purimtag 1946“. An dem Tag waren auch einst die 10 Söhne Hamanns hingerichtet worden.(17)

Wer nicht an Wunder glaubt, ist kein Realist

Das Unmögliche geschah. Am 14.05.1948 rief David Ben Gurion in Tel Aviv den Judenstaat aus. Der erste Präsident des neuen Staates, ein Mann der Bibel, sagte: "Wer nicht an Wunder glaubt, ist kein Realist." Reale Wirklichkeit war, dass der neu gegründete Staat am ersten Tag seines Bestehens von 5 arabischen Staaten, einer 100-fachen Übermacht, angegriffen wurde. Wieder geschah das Unmögliche. Gott verhalf ihnen zum Sieg. Wie einst der kleine David den Goliath besiegte, so geschah es auch in den 5 folgenden Kriegen.

Wer Israel segnet, wird gesegnet, wer ihnen flucht, wird verflucht. Das Geheimnis des westdeutschen Wirtschaftswunders ist: Adenauer anerkannte und unterstützte finanziell den Staat Israel. Obwohl in der DDR auch fleißig gearbeitet wurde, fehlte es an Gottes Segen. Als der Staatsrat 1989 die Einreise für russische Juden erlaubte, folgte bald der denkwürdige, unblutige Mauerfall am 09.11.1989, in Berlin. Kurz vor dem Zusammenbruch der UdssR, der größten Weltmacht, hatte M. Gorbatschow die Auswanderung russischer Juden nach Israel gestattet. Kurze Zeit später überlebte er das auf ihn gerichtete Attentat. Um mit Israel zum Ziel zu kommen, zerbrechen Weltmächte und Gott ändert Zeiten und Zeitpunkte, setzt Könige ab und ein.(18)

Auch heute noch ist Israel teuer und wertvoll in Gottes Augen. Er hat es lieb.(19) Gott steht zu seinem Wort. Sie sind Geliebte, um der Väter willen.(20)

Vergleiche: 17) Esther 9,14 · 18) Dan.2,21 · 19) Jes.43,4 · 20) Rö. 11,28

Autor: Siegfried Küttler

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